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Öffnen Sie die Augen

Je mehr Jahrringe ein Mensch angesetzt hat, umso dominanter wird sein Verstand. Mit jedem Tag vergrössert sich sein Hochregallager mit Wissen und Erfahrung. Und er wird immer überzeugter davon, die Gegenwart aufgrund dieser angesammelten Vergangenheit beurteilen zu können. Kurz: Er hat immer rechter.
 
Brechen Sie die Türe Ihrer Turmstube auf, steigen Sie die Wendeltreppe hinunter und knöpfen sich den Butler vor! Seien Sie Schlossherr/in und weisen Sie dem Butler seinen Platz als Diener zu. Dann wird die Musik wieder in den Räumen ertönen, und es wird gelacht und getanzt in Ihrem Schloss! Oder etwas weniger poetisch ausgedrückt: Öffnen Sie die Augen und erkennen Sie, dass Sie ein grosses geistiges Wesen sind und nicht bloss Ihr Verstand. Er ist nur ein Werkzeug.
 
Die grossen Würfe Ihres Lebens, die genialen Einfälle, die Ideen, um kreativ zu sein, tanken Sie an einer andern Zapfsäule. Mit dem Verstand hat das nichts zu tun!

Der Verstand gibt also eine Expertise ab, nach welcher Sie nicht zeichnen können. Vorausgesetzt, Sie verspüren den Wunsch, es dennoch zu tun, dann tun Sie es! Trotz dem Widerstand des Verstands – oder gerade deswegen. Er wird sich wehren wie der Käfer im Dreck und Ihnen zu beweisen versuchen, dass er im Recht ist.
 
Ihr Motto in dem Fall sei: „Lass die Hunde bellen, die Karawane zieht ihres Wegs.“ Machen Sie einfach weiter und zeigen Sie, wer Herr oder Herrin im Schloss ist und wer der Butler. So sprengen Sie Grenzen.
 
Das Zeichnen ist nicht das einzige, aber es ist ein hervorragendes Mittel für diesen Zweck!

 

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