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Wahrsagerin_klein

Cartoon des Monats

Wenn wir im Cartoon Tiere statt Menschen zeichnen, bedienen wir uns desselben Kunstgriffs wie die Fabel in der Literatur. Tiere als Cartoonfiguren verkörpern menschliche Typen. Doch sie schaffen etwas Distanz, und so kann der Mensch eine Botschaft, die durchaus ihn betrifft, leichter annehmen. "Man schlägt den Sack und meint den Esel," etwas salopp ausgedrückt.

Das Schwein ist nicht umsonst ein Glückssymbol, rosig und pummelig, wie es ist. Manche Menschen haben es zum Fressen gern – und ich liebe es als Cartoonfigur! Deshalb widme ich diesen "Cartoon des Monats" dem Schwein.

Das Bild ist aus der Serie "Das geheime Leben der Lebensmittel". Als solche werden diese liebenswerten Geschöpfe von uns Menschen leider immer noch missbraucht. So kommt es, dass ein Schwein auf der Couch des Psychiaters resigniert feststellen musste: "Es ist ja doch Wurst, was aus mir wird."

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Lebendige Strichmännchen zeichnen

Ein heiterer Kurs in drei Etappen – geleitet von Matto
Dank seiner kundigen Anleitung gelingen die Strichmännchen gleich viel besser!

Stiftmännchen-rennend_klein
Cartoonschule "da Matto", Rikon
Samstags, jeweils von 09:00 bis 13:00 Uhr
03. und 31. Oktober / 21. November
Alle Infos: www.cartoonschule.com

Der Cartoon-Club Freude durch Können!

Du zeichnest gerne und bist begeistert von Cartoons oder Karikaturen?
Dann ist der Cartoon-Club etwas für dich! Ob Einsteiger(in) oder bereits auf dem Weg – hier machst du den Schritt vom Wollen zum Können!

Die Mappe "Der Cartoon-Club" gibt dir ausführliche Informationen dazu.
Sie ist ab September 2020 erhältlich.

Matto's Zeichentipps

Das Scribble

Eine Zeichnung entsteht nicht einfach so. Sie wächst – schrittweise.
Fünf oder sechs Schritte sind es:
  1. die Idee
  2. das Scribble
  3. der Entwurf
  4. die Vorzeichnung
  5. die lineare Reinzeichnung
  6. der Ton – Grauton oder Farbe
Es heisst zwar: "C'est le ton qui fait la musique". Doch im Zeichnen braucht es nicht immer den Ton. Auch bei einer gekonnt gemachten linearen Reinzeichnung kann die Musik schon wunderbar spielen!

Doch wenn jemand glaubt, auch den zweiten Schritt, das Scribble, weglassen zu dürfen – oder dass Scribble und Entwurf dasselbe sei, ist das ein Irrtum und kann die Ursache für leblose Reinzeichnungen sein.

Es gibt alle möglichen Ideen – auch Schnapsideen. Davon ist hier nicht die Rede.
Ist die Idee einer Zeichnung würdig, ist sie etwas Wunderbares – eine Inspiration. Das Wort kommt vom Lateinischen "inspirare" = "einhauchen". Ein Hauch ist leicht und luftig. Um damit umzugehen, braucht es ein leichtes Werkzeug – das Scribble.

Das Scribble kümmert sich nicht darum, ob es Tante Agnes gefällt oder nicht. Es dient einzig und allein der Idee und schert sich einen Deut um "richtig oder falsch".
Es hat nur einen Zweck: die Idee einzufangen – egal wie! Aus dem Chaos der Scribble-Striche entwickelt sich dann Schritt für Schritt die endgültige Zeichnung. Die Kunst dabei ist, die Idee und möglichst viel ihrer ursprünglichen Lebendigkeit in die Reinzeichnung hinüberzuretten!

Das Scribble ist ein quicklebendiges Kind von herzerfrischender Natürlichkeit. Die Reinzeichnung ist der Erwachsene. Ordentlich und anständig, aber auch angepasst und oft etwas langweilig. – So wie das Kind unvermeidlich zum Erwachsenen wird, so entwickelt sich aus dem Scribble eine Reinzeichnung. Doch schön ist es, wenn noch ein wenig Kind im Erwachsenen – und möglichst viel Scribble in der Reinzeichnung erhalten bleibt!


Das Krakla-Porträt

"Kraklas" sind Kraftklauer. Gut getarnt und mit trickreichen Methoden sorgen sie dafür, dass die Ideen im Kopf und die Zeichenstifte in der Schachtel bleiben. Wie erkenne ich Kraklas – und wie gehe ich mit ihnen um?

Der Verschieberbiber

Dick und behäbig sitzt dieser Krakla auf dem überladenen Schreibtisch, im unaufgeräumten Keller, auf To Do-Listen und manch einem gut gemeinten Vorsatz. Wo er auftritt, nagt er unermüdlich an der Lebensenergie: der Verschieberbiber.
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"Morgen ist auch ein Tag", pflegt er zu sagen und bläst ins gleiche Horn wie sein bester Kollege, der Innere Schweinehund. Wo sich die beiden breit machen, türmen sich die "To Do's" auf, weil sie von einem "morgen" zum nächsten verschoben werden.

Wer schon einmal eine schwierige Aufgabe oder eine lästige Pflicht lange vor sich hergeschoben hat, weiss, dass man hundert Mal daran denkt, bevor sie schliesslich doch erledigt werden muss. Sie beansprucht Aufmerksamkeit. Das verschweigt der Verschieberbiber, wenn er dich mit seinen gelben Zähnen angrinst: An jedem To Do-Zettel klebt ein wenig von deiner Lebensenergie. Bei einem Haufen To Do's ist das eine ganze Menge!

Wer in einem Anflug von Mut oder Wut einen solchen Haufen anpackt und ein To Do nach dem anderen erledigt, wird mit dem herrlichen Gefühl von neuer Energie belohnt – und der Genugtuung, den Verschieberbiber mitsamt seinem Kollegen in die Flucht geschlagen zu haben. Zumindest bis zum nächsten Haufen...

P.S.
Auch beim Zeichnen steht der Verschieberbiber gerne auf dem Schlauch, so dass die Kreativität nicht zu fliessen beginnt. Ist das bei dir der Fall? Falls ja, freue ich mich, wenn du diesen Bremsklotz loswirst, so dass einem frohen Ausflug oder gar einer längeren spannenden Reise durchs Cartoonland nichts mehr im Wege steht!
Mit einem herzlichen Gruss aus dem Ferienworkshop im schönen Montafon!
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