Zusammenarbeit

Zusammenarbeit

Hello Again

Zusammenarbeit

Jetzt, wo die Tage oft grau sind, wollte ich dir nicht auch noch eine graue Zeichnung zumuten. Deshalb habe ich einen farbigen Cartoon ausgewählt – eine der vielen hundert Auftragsarbeiten, die ich ausgeführt habe. Lange ist es her, und so weiss ich nicht mehr, welchem Zweck dieses Bildchen diente. 

Wie schon die Archivperle des letzten Newsletters, kommt auch dieser Cartoon ohne Worte aus. Doch nicht deswegen habe ich ihn ausgewählt, sondern weil er eine andere Spezialität des Cartoons so schön zum Ausdruck bringt: die Übertreibung

Ich bin nicht Porzellanmaler geworden, sondern Cartoonist und Karikaturist. In diesem Reich hat der Zeichenstift viel Freiraum. Das Übertreiben ist hier nicht nur gestattet, sondern ein Muss

PS:
Wäre der Zweck dieser Auftragsarbeit gewesen, die weltpolitische Lage symbolisch darzustellen, wäre es – mangels Übertreibung – kein Cartoon, sondern lediglich eine Illustration

 

 

Zwei Seelen …

Zwei Seelen …

Der Kartoffelpoet Cartoon

Zwei Seelen in meiner Brust

«Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.»
Wer kennt es nicht, dieses berühmte Zitat aus Goethes «Faust»! 

Ob dem braven Bürger in dieser Szene bewusst ist, dass in ihm eine zweite Seele schlummert – eine ohne Krawatte und Aktenmappe, die sich lieber nicht an die Regeln hält? 

 Dieses Bildchen ist für mich eine Perle im Archiv, weil es eine der Stärken des Cartoons wunderbar zum Ausdruck bringt: Ohne ein einziges Wort viel zu sagen.

Die Wurst hat recht

Die Wurst hat recht

Hello Again

Die Wurst hat recht

Die Wurst hat tatsächlich recht: Hier ist nicht eine ENTE gemeint, sondern ein ENDE. Ein solches ist zwar manchmal hart, wird aber trotzdem mit weichem D geschrieben.

Ein Freund von mir – ein grosser Netzwerker – hat über viele Jahre einen kulinarischen Event – ein Treberwurst-Essen – am Bielersee organisiert. Damit will er nun aufhören.

Um das Ende dieser Tradition anzukünden, hat er einen schönen Text verfasst mit dem Titel: «Alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei». Um die Wehmut des Abschieds mit Humor etwas abzumildern, hat er mich gebeten, etwas zu diesem Thema zu zeichnen. So ist der Wurst-Cartoon entstanden.

Kampf- oder Spielmodus?

Kampf- oder Spielmodus?

In den zwölf Jahren, in denen die Cartoonschule nun besteht, hatte ich reichlich Gelegenheit zu beobachten, wie meine Schülerinnen und Schüler eine Zeichnung anpacken. Dabei erkannte ich, dass sich aus dem Zeichnen darauf schliessen lässt, wie ein Mensch sein Leben anpackt.

Es gibt – grob gesagt – zwei Arten:

im Kampf-Modus
– im Spiel-Modus

Ich versuche stets, nicht nur das Zeichnen selbst zu lehren, sondern vor allem, meine Schülerinnen und Schüler vom Kampf- in den Spiel-Modus zu bringen. Erst wenn das gelingt, befreit sich das Zeichnen aus dem allgegenwärtigen Leistungsdruck und wird zu dem befreienden Abenteuer, das es sein kann.

Ein Mensch, der im Kampf-Modus unterwegs ist, richtet sein Augenmerk auf die Schwierigkeiten. Er sieht auf dem Weg, der vor ihm liegt, nur die Hindernisse – tatsächliche oder eingebildete. Das sorgt meist dafür, dass er diesen Weg gar nicht erst in Angriff nimmt.

Ein Mensch im Spiel-Modus hingegen sieht das Ziel. Das heisst nicht, dass er weniger Hindernisse zu überwinden hat. Der Unterschied zu einem Menschen im Kampf-Modus ist einfach, dass er sich nicht zusätzliche Schwierigkeiten ausdenkt, die vielleicht irgendwann auftauchen könnten. Er befasst sich mit Stolpersteinen dann, wenn sie tatsächlich da sind, räumt sie weg und geht weiter seinen Weg.

Das Ziel verliert er dabei nie aus den Augen und schöpft viel Kraft aus der freudigen Vorstellung des kommenden Erfolgs. Welch ein Unterschied zu einem Menschen, der das Leben zu einer Kampfbahn gemacht und sein Ziel – wenn er überhaupt eines hatte – aus den Augen verloren hat!

Jedes Spiel wird von den gleichen Bedingungen bestimmt: Es braucht ein Spielfeld und Spielregeln, es gibt Gewinner und Verlierer – und es hat Gegenspieler. – Ja, die gehören auch zum Spiel! Wenn jeder Spieler auf dem Fussballfeld einen Ball hätte, um damit herumzuspielen, wäre das stinkelangweilig, und es würden kaum fünfzigtausend Menschen in ein Stadion pilgern, um dem zuzuschauen.

So ist es auch im Leben: Erst die Gegenspieler machen es spannend! Erst das Überwinden von Hindernissen macht uns stärker – und stolz, wenn wir es geschafft haben. Wird das Leben aus diesem Verständnis heraus betrachtet, kehrt der Spielgeist zurück – und mit ihm die Freude, das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das lässt sich auf dem Spielfeld des Zeichenbretts beobachten und üben – und ebenso auf der grossen Bühne des Lebens.

Das ist denn auch der Titel dieses Zeichentipps, die Auflösung des Mattogramms – und das, was ich dir von Herzen für dein Leben wünsche: Spielfreude!

                                                 Matto 

 

Cartoonschule „da Matto“
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Seufzen oder Singen?

Seufzen oder Singen?

Das Zeichnen liebe ich, weil es ein wunderbares Abbild des Lebens ist. Auf dem kleinen Spielfeld des Zeichenpapiers lässt sich so manches für das grosse Spielfeld des Lebens lernen.

 Es ist beim Zeichnen wie im Leben:
Striche gehen oft daneben.
Sind diese auch mal krumm und wild,
wächst doch daraus dein Lebensbild
Wenn dann ein Lachen darin wohnt,
hat sich jeder Strich gelohnt.

In diesem Gedicht habe ich von zwei wichtigen Erkenntnissen geschrieben, die uns das Zeichnen schenkt:

 – Keine Angst haben vor «krummen und wilden Strichen»!
– Die Freude am Zeichnen ist wichtiger als die Zeichnung selbst.

 Die untenstehende Bilderfolge zeigt, wie eine spontan hingeworfene Bildidee schliesslich zu einem fertigen Bild wird. Ohne die «wilden Striche» des ersten Bildes wäre vielleicht ein ordentliches – aber kein lebendiges Bild entstanden!

Viele Menschen haben Angst vor «missratenen Strichen» und werden verkrampft vor lauter Streben nach Sicherheit. Da es eine solche nicht wirklich gibt, tauschen sie das Leben für eine Illusion ein. So sterben zahllose Ideen, bevor sie den Weg aufs Papier – oder ins Leben – finden, denn es gibt immer hundert Einwände, die dagegensprechen, eine Idee zu verwirklichen.

Es sind Einwände in der Gegenwart oder solche von früher, die aus der Erziehung abgespeichert sind – die Programme, sozusagen. Sie kommen meist von Menschen, die «nur das Beste für dich wollen». Doch wissen oder wussten diese Menschen, was das Beste für dich ist? – Nein, denn was das Beste für dich ist, weisst nur du!

 All die Einwände werden zu Wänden, die dich immer mehr einengen. Doch all die gutmeinenden Menschen liefern nur das Material. Bauen tust du deinen Käfig selbst – in dem Moment, wo du die Einwände annimmst und deine Ideen sterben lässt.

Am Ende seiner Lebensspur
seufzt mancher: «Hätte ich doch nur!»

Seufzen mag ich nicht besonders. Opfer seufzen – Schöpfer singen. Ich bin lieber Schöpfer, und «singe mein Lied». Das wünsche ich dir auch und schicke dir einen herzlichen Gruss aus dem Land der Cartoons, wo es lebendige Strichmännchen gibt und die Äpfel am Baum «Hallo!» sagen können.

                                                 Matto 

 

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