Sich Mühe geben

„Du musst dir mehr Mühe geben!“
Das ist wohl eine der ungeschicktesten Aufforderungen, die wir als Kinder von den Eltern zu hören bekamen. Wie wenn das Leben nicht schon genug Mühe für uns bereithalten würde! Wir wären besser dazu ermuntert worden, uns mehr von dem zu geben, was eher Mangelware ist: Leichtigkeit, Freude, Liebe…

Im letzten Newsletter wurde an dieser Stelle gesagt, dass Konzentration nichts mit „zusammenreissen“ zu tun hat. Ebenso wenig hilfreich ist es, „sich Mühe zu geben“, beim Zeichnen – oder anderswo. Versuche es lieber mit Lockerheit!

Wenn du dich beim „Zusammenreissen“ und „Mühe geben“ ertappst, leg den Stift ab, atme durch und entspanne deine Kaumuskulatur und was sonst noch verbissen oder verkrampft ist. Dann versuche deine übergrosse Ernsthaftigkeit lustig zu finden. Wenn dir das gelingt, informiere dein Gesicht, damit sich dort ein Lächeln oder wenigstens ein Grinsen breitmacht.

Anschliessend gönne dir eine Portion Ur-Strichmännchen. Das heisst, du zeichnest Strichmännchen wie kleine Kinder! Einfach so – lustvoll und ohne Anspruch auf Richtigkeit. Das ist eine wunderbare Therapie und befreit blockierte Freude. Mach den Versuch, es funktioniert!