Du magst Asterix und Obelix kennen, hast aber von Garnix noch nie gehört. Kein Wunder, denn ich habe ihn erfunden. Im berühmten gallischen Dorf wäre er nicht der Schmied oder der Fischhändler, auch nicht der Chef, sondern ein Druide wie Miraculix. Garnix braut allerdings keinen Zaubertrank. Das macht aber nix. Schliesslich müssen wir nicht römische Soldaten vermöbeln und brauchen daher auch keine Zauberkräfte. Stattdessen gibt uns der Druide einen weisen Rat:
Im richtigen Moment gar nix machen!
Wandern wir mit Stift und Pinsel durch das grosse Land des Zeichnens, erleben wir wunderschöne Momente. Deshalb lieben wir diese Kunst so sehr. Es kann aber auch sein, dass wir plötzlich in das dunkle Tal von Blut, Schweiss und Tränen geraten. – Wenn du nicht zeichnest, sondern in anderen Gebieten unterwegs bist, ist das ebenso. So manches, was auf dem Zeichenbrett geschieht, lässt sich auch auf dem Spielbrett des Lebens beobachten. Zeichnen ist Leben. Oder wie es eine Schülerin kürzlich ausdrückte: «Das Zeichnen ist zu meiner Lebensschule geworden.»
Die «wunderschönen Momente» im Zeichnen erleben wir dann, wenn wir im «Flow» sind, alles um uns herum vergessen und ganz vertieft sind in die wunderbare Tätigkeit, ein Bild auf dem Zeichenpapier zu erschaffen. Einfach so, aus dem Nichts heraus. Ein bisschen wie der liebe Gott.
Wenn wir uns hingegen in das «dunkle Tal» verirren, wird es ungemütlich. Das drückt sich dann beim Zeichnen im hektischen Bemühen aus, DOCH NOCH die richtigen Striche zu finden, auch wenn das Papier bereits mehr schwarz als weiss ist. In solchen Momenten tritt der Druide Garnix auf. Er rät, ganz einfach das Schlachtfeld zu verlassen – und GAR NIX mehr zu machen!