Jean Pignon

Jean Pignon

Jean Pignon

Der Herbst verabschiedet sich und mit ihm das herrliche Erlebnis, mit dem Korb durch den Wald zu streifen und Pilze zu suchen.

Im Land der Cartoons ist bekanntlich alles ein bisschen anders. Auch bei den Pilzen. Nicht nur, dass sie dort ganzjährig zu finden sind. Sie können sogar denken und reden und treten als richtige Persönlichkeiten auf.

Es ist wie bei den Menschen: Ganz unterschiedliche Charaktere kommen da zusammen. Mitunter auch äusserst seltsame, wie die Pilzausstellung zeigt.

 

Die drei heiligen Räume – der Ort

Die drei heiligen Räume

DER  ORT

Willst du im Zeichnen auf einen grünen Zweig kommen, solltest du dir drei „heilige Räume“ schaffen. – Beim Begriff „Raum“ denken wir als erstes an einen Ort, z.B. ein Zimmer. Das ist denn auch der erste der drei Räume. Es gibt aber noch zwei weitere, die wir im Folgenden ebenfalls anschauen werden. Doch beginnen wir mit dem ersten Raum – dem Ort.

Da gibt es drei Varianten:

A: Das Atelier
Pflegst du das Zeichnen als Hobby, kannst du dich glücklich schätzen, wenn dir dafür ein eigener Raum zur Verfügung steht, den du stolz als „mein Atelier“ bezeichnen kannst.

Da du nicht irgendeine mechanische Arbeit verrichtest, sondern kreativ tätig bist, ist es von grosser Bedeutung, dass du dich in deinem Atelier richtig wohlfühlst! Räume werden von ihren Benutzern mit Leben erfüllt, mit Energie. Diese, wie auch das Licht im Raum – zumindest das künstliche – sowie die Einrichtung, kannst du beeinflussen. Doch auch die Umgebung wirkt auf den Raum und seine Energie ein. Dies manchmal massiv in Form von Lärm oder Elektrosmog.

Die wenigsten können sich ein Traumatelier leisten, bei dem alle Bedingungen stimmen. Mit der richtigen Lichtquelle, einer passenden Einrichtung und geeigneten Massnahmen, um schädliche Strahlungen zu neutralisieren, kann auch ein Raum, der nicht optimal ist, zu einem guten Atelier werden. Details zu erläutern würde hier zu weit führen, doch können wir das auf Anfrage gerne machen.

B: Die Ecke im Wohnzimmer
Wer keinen eigenen Raum fürs Zeichnen zur Verfügung hat, kann vielleicht eine Ecke im Wohnzimmer als „Atelier“ einrichten und dort möglichst gute Bedingungen schaffen. Das heisst:

Genügend Platz, ein passender Tisch, ein bequemer Stuhl, gutes Licht und eine praktische Ablage für Papier und Zeichenmaterial.

Was auch ganz wichtig ist: die Lizenz zum Liegenlassen! Zeichnungen haben die Eigenart, sich nicht an geregelte Arbeitszeiten zu halten. Oft ist man „Mittendrin“ –
und dann ruft die Arbeit, das Essen oder was auch immer. Wenn man Skizzen und begonnene Reinzeichnungen liegenlassen darf, kann man zwischendurch mal einen Blick darauf werfen. Das ist für den kreativen Prozess sehr hilfreich! Ausserdem ist es angenehm, Stifte, Pinsel und anderes Zeichenmaterial nicht immer wegräumen zu müssen.

C: Die Notlösung
Das ist z.B. der Küchentisch. Diese Variante ist nicht optimal und funktioniert nur bei einer Personalunion von Künstler und Küchenchef, d.h. wenn du allein wohnst. Andernfalls sind Konflikte unausweichlich. Wenn das Zeichnen auf derselben Arbeitsfläche stattfinden muss wie das Ausrollen von Pizzateig, schafft das keine kreative Atmosphäre und setzt einer hoffnungsvollen Zeichenkarriere früher oder später ein Ende. Eher früher. In einem solchen Fall empfehle ich ein Upgrade zu Variante B. Dafür braucht es natürlich das Einverständnis der Mitbewohner. Andernfalls bleibt nur ein mutiger Sprung zu Variante A. Es sei denn, du legst die Zeichenkarriere auf Eis und wartest auf bessere Zeiten – oder die nächste Inkarnation.

                                                Matto

Sich Mühe geben

Sich Mühe geben

„Du musst dir mehr Mühe geben!“
Das ist wohl eine der ungeschicktesten Aufforderungen, die wir als Kinder von den Eltern zu hören bekamen. Wie wenn das Leben nicht schon genug Mühe für uns bereithalten würde! Wir wären besser dazu ermuntert worden, uns mehr von dem zu geben, was eher Mangelware ist: Leichtigkeit, Freude, Liebe…

Im letzten Newsletter wurde an dieser Stelle gesagt, dass Konzentration nichts mit „zusammenreissen“ zu tun hat. Ebenso wenig hilfreich ist es, „sich Mühe zu geben“, beim Zeichnen – oder anderswo. Versuche es lieber mit Lockerheit!

Wenn du dich beim „Zusammenreissen“ und „Mühe geben“ ertappst, leg den Stift ab, atme durch und entspanne deine Kaumuskulatur und was sonst noch verbissen oder verkrampft ist. Dann versuche deine übergrosse Ernsthaftigkeit lustig zu finden. Wenn dir das gelingt, informiere dein Gesicht, damit sich dort ein Lächeln oder wenigstens ein Grinsen breitmacht.

Anschliessend gönne dir eine Portion Ur-Strichmännchen. Das heisst, du zeichnest Strichmännchen wie kleine Kinder! Einfach so – lustvoll und ohne Anspruch auf Richtigkeit. Das ist eine wunderbare Therapie und befreit blockierte Freude. Mach den Versuch, es funktioniert!

Matto

Mattolinos

Mattolinos

Mattolinos

 

Strichmännchen brauchen nicht mehr vorgestellt zu werden. Etwas weniger bekannt sind die Mattolinos. Eines davon ist rechts im Bild zu sehen.

Mattolinos sind aus einer Protestaktion einiger Strichmännchen hervorgegangen, welche sich wegen „zu wenig Fleisch am Knochen“ beklagt hatten. Wie zu sehen ist, hat Matto Abhilfe geschaffen. Die aufgepeppten Strichmännchen sind nun mit ihrer üppigen Körperfülle sehr zufrieden!

Allerdings haben sich durch diese Massnahme ungewollt zwei Gruppen gebildet. Diese definieren sich nun weniger durch die Gemeinsamkeiten, als vielmehr durch die Unterschiede. Die beiden Gruppen begegnen sich daher mit wenig Wohlwollen. – Irgendwie ein bekanntes Phänomen…

Der Couch Potato

Der Couch Potato

Der Couch Potato

Als Couch Potato wird bekanntlich ein Mensch bezeichnet, der in seiner Freizeit stundenlang TV-Sendungen konsumiert und dabei beträchtliche Mengen von Nahrungsmitteln und Getränken zu sich nimmt. – Das ist jedoch ein Irrtum. Dieser Mensch ist kein Couch Potato, sondern nur das Opfer eines solchen!

Couch Potatos sind in Wirklichkeit Kraklas! Für die meisten Menschen sind sie unsichtbar. Nur wer die Fähigkeit hat, Zwerge oder Feen zu sehen, kann sie wahrnehmen. Sie werden als Wesen beschrieben, die tatsächlich Ähnlichkeit mit einer Kartoffel haben. Nur sind sie viel grösser und können locker eine Sofaecke ausfüllen. Trotz ihrer Unsichtbarkeit haben sie ein beträchtliches Gewicht.

Das Bild, aufgenommen mit einer Spezialkamera, zeigt einen Couch Potato, der sich während der Abwesenheit eines Hausbesitzers an dessen Bier und Chips gütlich tut. Dass durch diese versteckte Aktivität der Vorrat an Snacks und Getränken auf geheimnisvolle Weise verschwindet, ist nicht die schlimmste Auswirkung.

Viel gravierender ist der Einfluss, den dieser Krakla auf den Menschen ausübt. Sobald sich dieser vor dem TV-Gerät einrichtet, setzt sich der Couch Potato mit seinem ganzen Gewicht auf dessen Schoss. Nur kurze Gänge zum Kühlschrank und zur Toilette lässt er zu. Diese unsichtbare Last bewirkt das weit verbreitete Festsitzen vor dem TV und das endlose Zappen von einem Programm zum anderen. 

Und weil der Couch Potato von seinem Opfer meist nicht eher ablässt, bis diesem die Augen zufallen, ist auch das sogenannte Fernsehschlafen damit erklärt.

Wenn du ein kreativer Mensch bist und dich nach Feierabend z.B. gerne dem Zeichnen widmen möchtest, hat der Couch Potato etwas dagegen. Wenn er es allein nicht schafft, dich vor das TV-Gerät zu schleppen, holt er seine Verbündeten zu Hilfe, den Verschieberbiber und den Inneren Schweinehund, zwei Kraklas, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden. Gemeinsam versuchen sie, dich aus dem Verborgenen heraus in die gewünschte Richtung zu lenken.

Das ist der Grund, weshalb es so schwerfällt, nach dem Zeichenstift statt nach der Fernbedienung zu greifen! Nur die wenigsten schaffen es – doch diese werden reich belohnt: Sie merken, dass es ausser dem Produzieren und Konsumieren auch das Kreieren gibt – aus sich heraus etwas Eigenes zu schöpfen – und sie entdecken, dass da die wirklich guten Gefühle zu finden sind!