Die Konzentration

Konzentration

Ein Stift, Papier und du. Das ist alles, was es zum Zeichnen braucht.

Der Stift ist da, das Papier auch – und du?

Berechtigte Frage. In der Tat sind wir die meiste Zeit nicht da. Wir tummeln uns in der Vergangenheit oder Zukunft. Selten in der Gegenwart.

Verantwortlich dafür ist unser Verstand – ein Angestellter, der auf dem Chefsessel Platz genommen hat. Er verwandelt unser Leben in ein emsiges Grossraumbüro und beschäftigt uns den lieben langen Tag mit seinen Einschätzungen, Kommentaren, Be- und Abwertungen, Vergleichen, Sorgen, Ängsten usw. usw. Im Buddhismus gibt es eine treffende Bezeichnung für diesen ganzen Betrieb: „Monkey mind“.

Das Zeichnen hilft dir, für einige Zeit dem Grossraumbüro zu entkommen. Du ziehst dich zurück in DEINEN Raum. Zeichnen ist Konzentration. Das hat nichts zu tun mit „Zusammenreissen“, senkrechten Stirnfalten, verkrampften Bauchmuskeln und einbetonierten Schulterblättern. Konzentration heisst loslassen, leer werden.

 

Konzentration ist Meditation. Du findest dein Zentrum, deine Mitte. Dort ist Ruhe – und so manches, was du vergeblich im Aussen suchst. Das ist die Eingangspforte zum grenzenlosen Reich der Inspiration – ein Zugang, den du im Lärm des Grossraumbüros vergeblich suchst.

Je besser du dich konzentrieren kannst, umso eher gelingt dir, was du tust – und umso leichteren Zugang hast du zur Quelle der Inspiration. Konzentration ist ein Merkmal von Meisterschaft – im Zeichnen wie im Leben.

Matto

Körpersprache

Körpersprache

Körpersprache

Warum ist die Banane krumm?

Diese Frage wird hier endlich beantwortet:
Körpersprache! Wie sonst könnte die Banane ihre unterschiedlichen Stimmungen so deutlich ausdrücken?

Dieses Bild aus der Serie „Das geheime Leben der Lebensmittel“ zeigt, dass das freche Duo Stift und Pinsel vor nichts Halt macht und auch Früchte flugs in Cartoonfiguren verwandelt!

Das Kannichnichtkaninchen

Das Kannichnichtkaninchen

Das Kannichnichtkaninchen

Wenn das Kannichnichtkaninchen über das Zeichenpapier – oder deinen Lebensweg – hoppelt, hast du es mit einem trügerischen Krakla zu tun: Hilflos und ängstlich kommt es daher, zum Erbarmen. Doch wenn du in seinen Dunstkreis gerätst, verleitet es dich zum grössten Fehler, den du machen kannst – gar nicht anzufangen!

Wann immer du etwas tust, können Fehler passieren. Das ist normal. Und nicht schlimm. Ersetze das Wort „Fehler“ mit „Erfahrung“, und du hast eine gesunde Sichtweise. Jeder Fehler bringt dich dem Erfolg einen Schritt näher. Vorausgesetzt, du lernst etwas daraus.

Das Kannichnichtkaninchen will verhindern, dass du überhaupt erst beginnst. Wagst du es doch und es läuft schief, ist es mit seinen mutlosen Kommentaren sofort zur Stelle! Allein seine Gegenwart zapft dir so viel Kraft ab, dass du vielleicht keinen weiteren Versuch wagst. Die Erfahrung wird in der Schublade „Versagen“ abgelegt. Wenig hilfreich für das Selbstwertgefühl!

Wie gehst du mit diesem Krakla um?

Sei dir bewusst, dass deine Fähigkeiten grösser sind, als man dich glauben lässt. Lass dich nicht klein machen! Sagt das Kannichnichtkaninchen: „Das kannst du nicht!“, gib ihm einen Tritt in den Hintern mit der Bemerkung: „Das kann ich doch!“ Und sollte, was immer du tust, in die Hosen gehen, sag einfach: „Na und?“ und mach weiter.

Lerne aus Fehlern und gib nicht auf!

Nimm ein neues Papier zur Hand. Nicht jedes Blatt muss ein Kunstwerk werden, auch Entwürfe braucht es! Das gilt fürs Zeichnen wie fürs Leben. Gib den Anspruch zur Perfektion auf. So bleibst du locker – und das Kaninchen kann dich mal!

Das Scribble

Das Scribble

Eine Zeichnung entsteht nicht einfach so. Sie wächst – schrittweise.

Fünf oder sechs Schritte sind es:

  1. die Idee
  2. das Scribble
  3. der Entwurf
  4. die Vorzeichnung
  5. die lineare Reinzeichnung
  6. der Ton – Grauton oder Farbe

Es heisst zwar: „C’est le ton qui fait la musique“. Doch im Zeichnen braucht es nicht immer den Ton. Auch bei einer gekonnt gemachten linearen Reinzeichnung kann die Musik schon wunderbar spielen!

Doch wenn jemand glaubt, auch den zweiten Schritt, das Scribble, weglassen zu dürfen – oder dass Scribble und Entwurf dasselbe sei, ist das ein Irrtum und kann die Ursache für leblose Reinzeichnungen sein.

Es gibt alle möglichen Ideen – auch Schnapsideen. Davon ist hier nicht die Rede. Ist die Idee einer Zeichnung würdig, ist sie etwas Wunderbares – eine Inspiration. Das Wort kommt vom Lateinischen „inspirare“ = „einhauchen“. Ein Hauch ist leicht und luftig. Um damit umzugehen, braucht es ein leichtes Werkzeug – das Scribble.

Das Scribble kümmert sich nicht darum, ob es Tante Agnes gefällt oder nicht. Es dient einzig und allein der Idee und schert sich einen Deut um „richtig oder falsch“. Es hat nur einen Zweck: die Idee einzufangen – egal wie! Aus dem Chaos der Scribble-Striche entwickelt sich dann Schritt für Schritt die endgültige Zeichnung. Die Kunst dabei ist, die Idee und möglichst viel ihrer ursprünglichen Lebendigkeit in die Reinzeichnung hinüberzuretten!

 

Das Scribble ist ein quicklebendiges Kind von herzerfrischender Natürlichkeit. Die Reinzeichnung ist der Erwachsene. Ordentlich und anständig, aber auch angepasst und oft etwas langweilig. – So wie das Kind unvermeidlich zum Erwachsenen wird, so entwickelt sich aus dem Scribble eine Reinzeichnung. Doch schön ist es, wenn noch ein wenig Kind im Erwachsenen – und möglichst viel Scribble in der Reinzeichnung erhalten bleibt!

                                                                                             Matto

Die Wahrsagerin

Die Wahrsagerin

Die Wahrsagerin

Wenn wir im Cartoon Tiere statt Menschen zeichnen, bedienen wir uns desselben Kunstgriffs wie die Fabel in der Literatur. Tiere als Cartoonfiguren verkörpern menschliche Typen. Doch sie schaffen etwas Distanz, und so kann der Mensch eine Botschaft, die durchaus ihn betrifft, leichter annehmen. „Man schlägt den Sack und meint den Esel,“ etwas salopp ausgedrückt.

Das Schwein ist nicht umsonst ein Glückssymbol, rosig und pummelig, wie es ist. Manche Menschen haben es zum Fressen gern – und ich liebe es als Cartoonfigur! Deshalb widme ich diesen „Cartoon des Monats“ dem Schwein.

Das Bild ist aus der Serie „Das geheime Leben der Lebensmittel“. Als solche werden diese liebenswerten Geschöpfe von uns Menschen leider immer noch missbraucht. So kommt es, dass ein Schwein auf der Couch des Psychiaters resigniert feststellen musste: „Es ist ja doch Wurst, was aus mir wird.“