Der Verschieberbiber

Dick und behäbig sitzt dieser Krakla auf dem überladenen Schreibtisch, im unaufgeräumten Keller, auf To Do-Listen und manch einem gut gemeinten Vorsatz. Wo er auftritt, nagt er unermüdlich an der Lebensenergie: der Verschieberbiber.

„Morgen ist auch ein Tag“, pflegt er zu sagen und bläst ins gleiche Horn wie sein bester Kollege, der Innere Schweinehund. Wo sich die beiden breit machen, türmen sich die „To Do’s“ auf, weil sie von einem „morgen“ zum nächsten verschoben werden.

Wer schon einmal eine schwierige Aufgabe oder eine lästige Pflicht lange vor sich hergeschoben hat, weiss, dass man hundert Mal daran denkt, bevor sie schliesslich doch erledigt werden muss. Sie beansprucht Aufmerksamkeit. Das verschweigt der Verschieberbiber, wenn er dich mit seinen gelben Zähnen angrinst: An jedem To Do-Zettel klebt ein wenig von deiner Lebensenergie. Bei einem Haufen To Do’s ist das eine ganze Menge!

Wer in einem Anflug von Mut oder Wut einen solchen Haufen anpackt und ein To Do nach dem anderen erledigt, wird mit dem herrlichen Gefühl von neuer Energie belohnt – und der Genugtuung, den Verschieberbiber mitsamt seinem Kollegen in die Flucht geschlagen zu haben. Zumindest bis zum nächsten Haufen…

P.S.
Auch beim Zeichnen steht der Verschieberbiber gerne auf dem Schlauch, so dass die Kreativität nicht zu fliessen beginnt. Ist das bei dir der Fall? Falls ja, freue ich mich, wenn du diesen Bremsklotz loswirst, so dass einem frohen Ausflug oder gar einer längeren spannenden Reise durchs Cartoonland nichts mehr im Wege steht!