Das PKW-Dreieck

Das PKW-Dreieck

PKW kennen wir als Abkürzung für „Personenkraftwagen“. Das ist es in diesem Zeichentipp aber nicht. Zwar geht es auch hier um eine Kraft und in gewissem Sinn um ein Transportmittel. Eines, das dich von A nach B bringt, vom Ist-Zustand zum Erfolg. Und es geht um eine Person – um dich. Doch PKW steht hier für die drei Punkte eines Dreiecks, gebildet aus

Philosophie

Können

Wissen

Anwendbar ist dieses Dreieck überall im Leben – und ganz besonders auch im Zeichnen.

Machst du einen Zeichenkurs, z.B. in der Cartoonschule, geht es da vor allem um den einen Punkt: Wissen.

Etwas vom zweiten Punkt, dem Können, wird ebenfalls im Kurs behandelt. Aber nur ein kleiner Teil. Der weitaus grössere Teil bleibt dir überlassen, wenn du das Wissen zu Hause in ein Können verwandelst – in angewandtes Wissen. Das Zaubermittel, mit dem du das schaffst, heisst Üben.

Bei diesem Punkt scheitern die meisten, die hoffnungsvoll zum Zeichenstift greifen: Sie üben nicht. Weshalb? – Weil es bei der dritten Ecke – der Philosophie – hapert.

Philosophie – die Liebe zur Wahrheit – geht den Dingen auf den Grund. Und das empfehle ich dir auch, bevor du dich auf die Wanderschaft im Reich des Zeichnens begibst. Frag dich, warum du wirklich zeichnen willst. Findest du eine ehrliche Antwort auf diese Frage, wirst du entweder umkehren – oder die Wanderung voll freudiger Erwartung antreten.

Das PKW-Dreieck ist dein „Persönliches Kraft-Werk. Es liefert dir umso mehr Energie, je stärker die drei Punkte sind – Energie, die du brauchst, wenn es mal steil bergauf geht. Sollen Stolpersteine aus dem Weg geräumt und unnötige Umwege vermieden werden, bin ich mit dem ersten Punkt des Dreiecks – Wissen – gerne für dich da, damit du das faszinierende Land des Zeichnens entdecken und deine Wanderung richtig geniessen kannst!

Matto

Alles Kohl

Alles Kohl

Kohl_Cartoon

Alles Kohl

Nachdem wir an dieser Stelle bereits eine Pilzausstellung gesehen haben, präsentieren wir nun den Kohl.

Wer diesen nur als Gemüse sieht, welches zu allen möglichen Gerichten verarbeitet wird, tut ihm unrecht. Wie zu sehen ist, verbergen sich in den diversen Kohlsorten ganz unterschiedliche Charaktere!

Zum Glück ist solches nur mit dem Cartoon-Auge zu erkennen. Dieses wäre beim Einkauf und in der Küche eher hinderlich. Wer würde schon hinter der schönen Bezeichnung „Blumenkohl“ einen solchen Grantler vermuten? Und natürlich würde es kaum jemand übers Herz bringen, dem süssen kleinen Rosenkohl mit dem Messer zu Leibe zu rücken oder den lustigen Blaukohl in die Pfanne zu hauen.

Die Perfektionismaus

Die Perfektionismaus

Der Verpassnix - Cartoon

Die Perfektionismaus

Der Trick der Perfektionismaus ist ganz einfach: Sie macht sich unzählige Normen und Regeln zunutze, die unbedingt befolgt – und Ansprüche, die unbedingt erfüllt werden müssen. Bei jedem Fehltritt oder Scheitern ist ein Tribut an die Perfektionismaus zu bezahlen – und zwar mit Lebensfreude.

Schon früh in der Kindheit schlich sich dieser üble Krakla auch in mein Leben, um sich an meiner prallen kindlichen Lebensfreude gütlich zu tun. Zum Beispiel sonntags, wenn ich die schönen Kleider anziehen musste. Das war stets verbunden mit der strengen Auflage, diese nicht schmutzig zu machen. Dem Anspruch konnte ich selten genügen, dafür trug ich die Perfektionismaus den ganzen Tag mit mir herum, was meinen Aktionsradius und den Spass am Sonntag erheblich einschränkte.

Später in der Schule war das geometrische Zeichnen ein wahres Eldorado für die Perfektionismaus. Unter der Fuchtel eines cholerischen Lehrers wurde das Hantieren mit Zirkel, Lineal und Tusche zu einem schrecklichen Abenteuer. Ganz besonders für einen Klassenkameraden, der stotterte. Bei ihm waren Kleckse auf der Zeichnung so sicher wie das Amen in der Kirche.  Es war in einer dieser Folterstunden, als wir den Lehrer auf einmal schimpfen hörten: “ Itz tuet doch dä Löu ä Tougge mit em Zirkuschpitz usgrüble!“ („Jetzt kratzt doch dieser Depp einen Klecks mit der Zirkelspitze aus!“). Man kann nur ahnen, in welcher Gemütsverfassung der arme Junge zu dieser verzweifelten Methode griff.

So wirkten die Erziehungsberechtigten – selber schon längst Opfer der Perfektionismaus – ungewollt als ihre Agenten. Als erwachsener Mensch wird man selber zu einem solchen und plagt dadurch sich selber und seine Nachkommen. Die Welt soll uns als das sehen, was wir gerne wären: Makellose, strahlende Gewinner!

 

Leider sind wir das nicht so oft, wie wir es gerne hätten. So lauert die Perfektionismaus in der breiten Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit und ernährt sich reichlich von der Lebensfreude, die da ständig hinunterfällt. Diese Erkenntnis gibt uns nun den Hinweis darauf, wie wir diesen fiesen Krakla loswerden können: Einfach die Kluft dicht machen!

Wenn du nicht gerade den El Capitan als Freeclimber*in besteigst oder als Hochseilartist*in ohne Netz arbeitest, wird ein Fehler dich kaum umbringen. Das heisst, das Leben geht weiter. Neue Chancen – neues Glück! Daher kannst du, wenn wieder mal ein Fehler passiert oder du einem Anspruch nicht genügst, viel Druck wegnehmen mit der simplen Frage „Na und?“

Ausserdem ist es hilfreich, das Wort „Fehler“ in „Erfahrung“ umzubenennen. So machst du aus der Scheisse Dünger – salopp ausgedrückt. Oft sind es gerade die Fehler – oder besser gesagt, die Erkenntnisse daraus – welche zum Erfolg führen. Da kann ich selber ein Lied davon singen! – Kennst du die Geschichte von dem Angestellten, der bei seiner Arbeit so grossen Mist baute, dass es die Firma eine Million kostete? Als er deswegen die Kündigung einreichen wollte, sagte der Chef: „Sind Sie verrückt? Jetzt haben wir gerade eine Million in Ihre Ausbildung investiert!“

Auch wenn wir nicht perfekt sind – oder gerade deswegen – sind wir liebenswerte Helden und Heldinnen des Alltags! In dem Masse, wie wir diese Einstellung gewinnen, kommt der Humor und die Lockerheit ins Leben zurück – und damit etwas von der Lebensfreude, die uns die Perfektionismaus geklaut hat.

Phantasie

Phantasie

Frühling – die Natur ist erwacht. Eine gute Zeit, auch die Phantasie aus dem Winterschlaf zu holen, falls sie noch schlummern sollte! Etwas, das sonst eher ein Ärgernis ist, hilft dir dabei: Der Klecks und der Fleck.

Während der Fleck auf ganz unterschiedliche Weise zustande kommt, ist der Klecks ein Tropfen. Nicht der berühmte, der das Fass zum Überlaufen bringt, sondern sein schwarzer, weinroter oder sonst wie farbiger Kollege, der auf eine Oberfläche fällt, wo er nicht hingehört. Vorzugsweise ein weisses Tischtuch oder eine fast fertige Reinzeichnung.

Nun gibt es den kreativen Ansatz, wie du damit umgehen kannst: Du freust dich an den eigenartigen Formen, die da entstehen und machst mit Phantasie und Zeichenstift höchst vergnügliche Figuren daraus!

Natürlich wartest du nicht auf den nächsten Klecks oder Fleck. Lustvoll und ausgiebig produzierst du solche gleich selber mit Tinte, Tusche oder Wasserfarben. Du kannst dafür irgendein Papier verwenden, auch eines, das bereits bedruckt ist oder eine spezielle Struktur hat. Geeignet ist alles, was deiner Phantasie hilft, ihre Frühlingsgefühle auszuleben.

Ich wünsche dir viel Spass dabei!

                                 Matto

Klecks und Fleck_Cartoon

P.S. Wie so manches ist auch das keine neue Erfindung. Bereits im 19. Jahrhundert wurden „Klecksographien“ gemacht. Heute liefern z.B. Peng und Hu mit ihrem Buch „Hirameki“ eine Fülle von Beispielen und Anregungen (Google weiss mehr darüber). Klecks oder Fleck als Ursprung haben z.T. auch die entzückenden kleinen Cartoons, welche Moni Sauerteig, eine Schülerin der Cartoonschule, hinzaubert (www.catoons.ch).

Wurstgespräch

Wurstgespräch

Wurstgespräch

Im Cartoon vom August 2020 erschien hier das Schwein, welches bei der Wahrsagerin seine Zukunft erfahren wollte.

Könnte es sein, dass die nachdenkliche Wurst rechts im Bild die Reinkarnation dieses Schweins ist? Oder hatte die Wahrsagerin damals mit ihrer Vision des Schinkens Recht? – Das ist aus dem Bild nicht ersichtlich.

Doch als aussenstehende Betrachter können wir erkennen, dass es klug wäre, mit Behauptungen etwas zurückhaltend zu sein. Die Meinung anderer sollte uns nicht wurst sein. Es könnte ja sein, dass sie auch ein bisschen Recht haben.