Sich Mühe geben

Sich Mühe geben

„Du musst dir mehr Mühe geben!“
Das ist wohl eine der ungeschicktesten Aufforderungen, die wir als Kinder von den Eltern zu hören bekamen. Wie wenn das Leben nicht schon genug Mühe für uns bereithalten würde! Wir wären besser dazu ermuntert worden, uns mehr von dem zu geben, was eher Mangelware ist: Leichtigkeit, Freude, Liebe…

Im letzten Newsletter wurde an dieser Stelle gesagt, dass Konzentration nichts mit „zusammenreissen“ zu tun hat. Ebenso wenig hilfreich ist es, „sich Mühe zu geben“, beim Zeichnen – oder anderswo. Versuche es lieber mit Lockerheit!

Wenn du dich beim „Zusammenreissen“ und „Mühe geben“ ertappst, leg den Stift ab, atme durch und entspanne deine Kaumuskulatur und was sonst noch verbissen oder verkrampft ist. Dann versuche deine übergrosse Ernsthaftigkeit lustig zu finden. Wenn dir das gelingt, informiere dein Gesicht, damit sich dort ein Lächeln oder wenigstens ein Grinsen breitmacht.

Anschliessend gönne dir eine Portion Ur-Strichmännchen. Das heisst, du zeichnest Strichmännchen wie kleine Kinder! Einfach so – lustvoll und ohne Anspruch auf Richtigkeit. Das ist eine wunderbare Therapie und befreit blockierte Freude. Mach den Versuch, es funktioniert!

Matto

Mattolinos

Mattolinos

Mattolinos

 

Strichmännchen brauchen nicht mehr vorgestellt zu werden. Etwas weniger bekannt sind die Mattolinos. Eines davon ist rechts im Bild zu sehen.

Mattolinos sind aus einer Protestaktion einiger Strichmännchen hervorgegangen, welche sich wegen „zu wenig Fleisch am Knochen“ beklagt hatten. Wie zu sehen ist, hat Matto Abhilfe geschaffen. Die aufgepeppten Strichmännchen sind nun mit ihrer üppigen Körperfülle sehr zufrieden!

Allerdings haben sich durch diese Massnahme ungewollt zwei Gruppen gebildet. Diese definieren sich nun weniger durch die Gemeinsamkeiten, als vielmehr durch die Unterschiede. Die beiden Gruppen begegnen sich daher mit wenig Wohlwollen. – Irgendwie ein bekanntes Phänomen…

Der Couch Potato

Der Couch Potato

Der Couch Potato

Als Couch Potato wird bekanntlich ein Mensch bezeichnet, der in seiner Freizeit stundenlang TV-Sendungen konsumiert und dabei beträchtliche Mengen von Nahrungsmitteln und Getränken zu sich nimmt. – Das ist jedoch ein Irrtum. Dieser Mensch ist kein Couch Potato, sondern nur das Opfer eines solchen!

Couch Potatos sind in Wirklichkeit Kraklas! Für die meisten Menschen sind sie unsichtbar. Nur wer die Fähigkeit hat, Zwerge oder Feen zu sehen, kann sie wahrnehmen. Sie werden als Wesen beschrieben, die tatsächlich Ähnlichkeit mit einer Kartoffel haben. Nur sind sie viel grösser und können locker eine Sofaecke ausfüllen. Trotz ihrer Unsichtbarkeit haben sie ein beträchtliches Gewicht.

Das Bild, aufgenommen mit einer Spezialkamera, zeigt einen Couch Potato, der sich während der Abwesenheit eines Hausbesitzers an dessen Bier und Chips gütlich tut. Dass durch diese versteckte Aktivität der Vorrat an Snacks und Getränken auf geheimnisvolle Weise verschwindet, ist nicht die schlimmste Auswirkung.

Viel gravierender ist der Einfluss, den dieser Krakla auf den Menschen ausübt. Sobald sich dieser vor dem TV-Gerät einrichtet, setzt sich der Couch Potato mit seinem ganzen Gewicht auf dessen Schoss. Nur kurze Gänge zum Kühlschrank und zur Toilette lässt er zu. Diese unsichtbare Last bewirkt das weit verbreitete Festsitzen vor dem TV und das endlose Zappen von einem Programm zum anderen. 

Und weil der Couch Potato von seinem Opfer meist nicht eher ablässt, bis diesem die Augen zufallen, ist auch das sogenannte Fernsehschlafen damit erklärt.

Wenn du ein kreativer Mensch bist und dich nach Feierabend z.B. gerne dem Zeichnen widmen möchtest, hat der Couch Potato etwas dagegen. Wenn er es allein nicht schafft, dich vor das TV-Gerät zu schleppen, holt er seine Verbündeten zu Hilfe, den Verschieberbiber und den Inneren Schweinehund, zwei Kraklas, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden. Gemeinsam versuchen sie, dich aus dem Verborgenen heraus in die gewünschte Richtung zu lenken.

Das ist der Grund, weshalb es so schwerfällt, nach dem Zeichenstift statt nach der Fernbedienung zu greifen! Nur die wenigsten schaffen es – doch diese werden reich belohnt: Sie merken, dass es ausser dem Produzieren und Konsumieren auch das Kreieren gibt – aus sich heraus etwas Eigenes zu schöpfen – und sie entdecken, dass da die wirklich guten Gefühle zu finden sind!

Die Konzentration

Konzentration

Ein Stift, Papier und du. Das ist alles, was es zum Zeichnen braucht.

Der Stift ist da, das Papier auch – und du?

Berechtigte Frage. In der Tat sind wir die meiste Zeit nicht da. Wir tummeln uns in der Vergangenheit oder Zukunft. Selten in der Gegenwart.

Verantwortlich dafür ist unser Verstand – ein Angestellter, der auf dem Chefsessel Platz genommen hat. Er verwandelt unser Leben in ein emsiges Grossraumbüro und beschäftigt uns den lieben langen Tag mit seinen Einschätzungen, Kommentaren, Be- und Abwertungen, Vergleichen, Sorgen, Ängsten usw. usw. Im Buddhismus gibt es eine treffende Bezeichnung für diesen ganzen Betrieb: „Monkey mind“.

Das Zeichnen hilft dir, für einige Zeit dem Grossraumbüro zu entkommen. Du ziehst dich zurück in DEINEN Raum. Zeichnen ist Konzentration. Das hat nichts zu tun mit „Zusammenreissen“, senkrechten Stirnfalten, verkrampften Bauchmuskeln und einbetonierten Schulterblättern. Konzentration heisst loslassen, leer werden.

 

Konzentration ist Meditation. Du findest dein Zentrum, deine Mitte. Dort ist Ruhe – und so manches, was du vergeblich im Aussen suchst. Das ist die Eingangspforte zum grenzenlosen Reich der Inspiration – ein Zugang, den du im Lärm des Grossraumbüros vergeblich suchst.

Je besser du dich konzentrieren kannst, umso eher gelingt dir, was du tust – und umso leichteren Zugang hast du zur Quelle der Inspiration. Konzentration ist ein Merkmal von Meisterschaft – im Zeichnen wie im Leben.

Matto

Körpersprache

Körpersprache

Körpersprache

Warum ist die Banane krumm?

Diese Frage wird hier endlich beantwortet:
Körpersprache! Wie sonst könnte die Banane ihre unterschiedlichen Stimmungen so deutlich ausdrücken?

Dieses Bild aus der Serie „Das geheime Leben der Lebensmittel“ zeigt, dass das freche Duo Stift und Pinsel vor nichts Halt macht und auch Früchte flugs in Cartoonfiguren verwandelt!

Das Kannichnichtkaninchen

Das Kannichnichtkaninchen

Das Kannichnichtkaninchen

Wenn das Kannichnichtkaninchen über das Zeichenpapier – oder deinen Lebensweg – hoppelt, hast du es mit einem trügerischen Krakla zu tun: Hilflos und ängstlich kommt es daher, zum Erbarmen. Doch wenn du in seinen Dunstkreis gerätst, verleitet es dich zum grössten Fehler, den du machen kannst – gar nicht anzufangen!

Wann immer du etwas tust, können Fehler passieren. Das ist normal. Und nicht schlimm. Ersetze das Wort „Fehler“ mit „Erfahrung“, und du hast eine gesunde Sichtweise. Jeder Fehler bringt dich dem Erfolg einen Schritt näher. Vorausgesetzt, du lernst etwas daraus.

Das Kannichnichtkaninchen will verhindern, dass du überhaupt erst beginnst. Wagst du es doch und es läuft schief, ist es mit seinen mutlosen Kommentaren sofort zur Stelle! Allein seine Gegenwart zapft dir so viel Kraft ab, dass du vielleicht keinen weiteren Versuch wagst. Die Erfahrung wird in der Schublade „Versagen“ abgelegt. Wenig hilfreich für das Selbstwertgefühl!

Wie gehst du mit diesem Krakla um?

Sei dir bewusst, dass deine Fähigkeiten grösser sind, als man dich glauben lässt. Lass dich nicht klein machen! Sagt das Kannichnichtkaninchen: „Das kannst du nicht!“, gib ihm einen Tritt in den Hintern mit der Bemerkung: „Das kann ich doch!“ Und sollte, was immer du tust, in die Hosen gehen, sag einfach: „Na und?“ und mach weiter.

Lerne aus Fehlern und gib nicht auf!

Nimm ein neues Papier zur Hand. Nicht jedes Blatt muss ein Kunstwerk werden, auch Entwürfe braucht es! Das gilt fürs Zeichnen wie fürs Leben. Gib den Anspruch zur Perfektion auf. So bleibst du locker – und das Kaninchen kann dich mal!