Der Kartoffelpoet

Der Kartoffelpoet

Der Kartoffelpoet Cartoon

Der Kartoffelpoet

Dieser Cartoon mit dem Titel „Der Kartoffelpoet“ ist wiederum aus der Serie „Das geheime Leben der Lebensmittel“. – Geheim? Ja sicher! Oder hast du schon einmal eine Kartoffel gesehen, die Verse schmiedet? 

Offensichtlich haben es Poeten nicht nur unter den Menschen, sondern auch bei den Kartoffeln manchmal schwer, weil sie nicht verstanden werden. Und wie die Sache mit dem „Keks“ zeigt, können sich einfach gestrickte Wesen nicht einmal auf Prosa einen Reim machen.

 

Dieses Bild ist ein Beispiel dafür, dass das Wort in den Cartoons oft eine grosse Rolle spielt. Das kann ein Fusstext sein, doch meist sind die Worte in Sprechblasen oder Gedankenblasen eingepackt. Deren Inhalt, aber auch die Form und wo sie im Bild platziert werden, sind wichtige Elemente in der Bildkomposition, welche viel kreativen Spielraum bieten!

Geben und nehmen

Geben und nehmen

Mensch mit zugeknöpften Taschen,
dir tut keiner was zulieb.
Hand wird nur von Hand gewaschen,
wenn du nehmen willst, dann gib!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Was Goethe mit diesem Vers so deutlich ausdrückt, betrifft wohl das Geld. Doch diese Aussage lässt sich direkt aufs Zeichnen übertragen. Das erlebe ich selber seit vielen Jahren immer wieder, deshalb möchte ich diese Erfahrung hier gerne mit dir teilen.

Beim Zeichnen gibt es so etwas wie einen Fluss. Er kommt aus einer Quelle und fliesst irgendwo hin. Die Quelle ist die Inspiration. Das ist vielleicht nur eine vage Idee. Erst im nächsten Schritt – in der Kreation – nimmt sie eine bestimmte Form an. Dann folgt das Dritte: die Kommunikation.

Wenn du eigentlich gerne zeichnen würdest, aber irgendwie feststeckst, der Zeichenstift in der Schachtel bleibt und die Muse dich partout nicht küssen will, dann liegt da der Hase im Pfeffer: Der Fluss fliesst nicht. 

 

Im stillen Kämmerlein für dich allein zu zeichnen mag schön, entspannend oder lustvoll sein. Doch wenn deine Werke in der Schublade bleiben, stockt irgendwann der Fluss. Es fehlt der dritte Punkt – die Kommunikation.

Hier kannst du den Hebel ansetzen: Finde einen Zweck für deine Zeichnungen, befreie sie aus der Schublade und mach etwas damit – am besten anderen Menschen eine Freude! Das gibt dem Fluss ein Ziel, und er kann zu fliessen beginnen!

So knöpfst du deine Taschen auf. Du gibst – und als Belohnung wirst du bekommen, was sich nicht erzwingen lässt: die Inspiration für immer neue Kreationen. Versuch’s, bei mir funktioniert es!

 

 P.S.
Wenn du das Gefühl hast, deine Zeichnungen seien nicht gut genug und müssten deshalb in der Schublade bleiben, komm in die Cartoonschule. Ich helfe dir gerne, den Fluss in Gang zu bringen!

Der Coronakrake

Der Coronakrake

Der Coronakrake_Cartoon

Der Coronakrake

Es gibt einen Krakla, der alle anderen Exemplare in den Schatten stellt und den Kraftklauern gewissermassen die Krone aufsetzt: Der Coronakrake. Er richtet schreckliche Verwüstungen in der Gesellschaft und in vielen einzelnen Leben an.

Da ist aus der Mücke ein Elefant geworden! Doch während dieser ein gutmütiges und liebenswertes Wesen ist, gar ein Symbol für Weisheit, ist der Coronakrake das Gegenteil: ein Finsterling, ein Wesen der Dunkelheit.

Es ist ein Krake, dessen Arme alle aus Worten bestehen. Wie wild wuchernde Schlingpflanzen kriechen sie durch alle Ritzen unseres Lebens und greifen nach uns, ohne dass wir ihnen ausweichen können. Von morgens bis abends umschlingen uns die Wortarme des Coronakraken und fordern gnadenlos unsere Aufmerksamkeit.

Pandemie, Covid-19, Fallzahlen, Quarantäne, Maskenpflicht, Einreiseverbot, Mindestabstand, PCR-Test, Neuinfektionen, Lockdown, social distancing, Impfzwang, Isolation, Massentest, Virus-Mutation, Shutdown, Long Covid, Grenzschliessung, Coronatote, Hospitalisierung, Übersterblichkeit…

Es sind Worte, die es in unserem Leben zuvor nicht gab. Sie wirken wie Neophyten, fremde, eingeschleppte Pflanzen, welche die einheimischen Arten verdrängen und ersticken. Weil der Raum unserer Aufmerksamkeit nicht unbegrenzt gross ist, haben gute Worte immer weniger Platz darin.

Es hat keinen Sinn, gegen den Coronakraken und seine vielen Arme zu kämpfen. Schlägst du einen ab, wachsen zwei neue nach. Und hüte dich vor seinen Hütern! Unerbittlich sorgen diese dafür, dass dem Kraken kein Schaden zugefügt wird.

Dennoch gibt es einen Weg, wie du mit ihm fertig wirst – zumindest in deinem persönlichen Leben. Das Rezept steht auf manch einem Schild im Zoo:

Bitte nicht füttern!

Der Coronakrake ernährt sich von deiner Aufmerksamkeit. Verpasse ihm eine Hungerkur und gib das ganze Futter lieber den guten, einheimischen Worten – du weisst schon welchen…

So kannst du dazu beitragen, sie vor den Neophyten zu retten.

Der Vorwandler

Der Vorwandler

Der Vorwandler

Wenn du deine Ziele im Leben nicht erreichst oder – noch schlimmer – gar nicht erst beginnst, sie anzustreben, ist das nicht deine Schuld. Wer da die Hand im Spiel hat, ist ein ganz durchtriebener Krakla: der Vorwandler.

Wo immer ein Traum Formen annimmt und sich als konkretes Ziel manifestiert, tritt der Vorwandler in Aktion. Egal, ob es um den Traumberuf, eine Liebesbeziehung, mehr Geld oder Fitness geht – in dem Moment, wo ein Ziel gesteckt wird, entsteht ein Weg: die Strecke zwischen dem Ist-Zustand und dem angestrebten Ziel. Und dieser Weg ist das Spielfeld des Vorwandlers.

Er macht sich einen Spass daraus, alle möglichen Wände auf diesem Weg aufzubauen. Diese stehen dann vor deinem Ziel, deshalb werden sie Vorwände genannt. Sie sind in allen möglichen Farben gehalten und recht schön anzuschauen. Allerdings verdecken sie die Sicht auf das Ziel. Und das ist die fiese Absicht des Vorwandlers: Er will nicht, dass du je ans Ziel kommst!

Die Vorwände sind in einer grossen Lagerhalle ordentlich aufgereiht, nummeriert und mit einer Bezeichnung versehen. Da ist z.B. Vorwand Nr.1 „Ich habe keine Zeit.“ Vorwand Nr.13 „Das muss ich mir erst durch den Kopf gehen lassen.“ Vorwand Nr. 57 „Dafür bin ich zu alt.“ usw. Wenn es dir gelingt, eine Wand wegzuräumen, kann der Vorwandler dank seinem umfangreichen Sortiment flugs eine neue hinstellen. Dabei wählt er geschickt die Wand mit der für dich passenden Farbe und Nummer aus.

Es gibt zwei Sorten Menschen: Wand-Menschen und Ziel-Menschen. 

Die Wand-Menschen sind insgeheim ein bisschen froh, wenn der Vorwandler seine farbigen Wände hinstellt. Der Weg zum Ziel kann mitunter recht anstrengend sein, und deshalb ist es verlockend, sich bequem hinzusetzen und den Rücken an eine Wand zu lehnen.

Die Ziel-Menschen hingegen verlieren das Ziel nicht aus den Augen. Sie schauen auf das Ziel – nicht auf die Wand! Sie machen es wie der Kampfkünstler, der ein Holzbrett mit blosser Hand durchschlägt, weil er sich auf einen Punkt hinter dem Brett konzentriert. Der Punkt hinter dem Brett ist das Ziel. So lösen sich die Wände, die der Vorwandler in den Weg stellt, in Nichts auf – egal, welche Farbe, Nummer und Bezeichnung sie haben!

Der Kampfkünstler schafft das Meisterstück mit dem Holzbrett natürlich nicht auf Anhieb. Es braucht schon etwas Übung. Genauso wirst du den Vorwandler auch nicht ohne Weiteres los. Er wird immer wieder mit seinen Wänden daherkommen. Doch mit jedem Sieg, den du gegen diesen hinterlistigen Saboteur erringst, wirst du stärker! Mit der Zeit verleidet es dem Vorwandler, und er wird sich ein anderes Opfer suchen, einen Wand-Menschen, mit dem er leichteres Spiel hat.

Was hat das alles mit dem Zeichnen zu tun? Nun, das Zeichnen ist ein Spiel, das viele lohnende Ziele beinhaltet. Deshalb taucht der Vorwandler gerade hier mit Vorliebe als Spielverderber auf. Du weisst nun, wie du mit ihm fertig wirst.

Eidgenossen

Eidgenossen

Eidgenossen

Früher waren wir stolz darauf, wie die alten Eidgenossen ihre Freiheit verteidigten. Wie sie Schlachten gewannen, indem sie die Gegner mit den Hellebarden vom hohen Ross herunterholten und ihre Rüstungen mit den Morgensternen demolierten.

Hohe Rösser gibt es zwar immer noch. Auch Diktatoren, welche uns der Freiheit berauben wollen. Doch heute sind wir stolz darauf, neue Eidgenossen zu haben wie den Friedensforscher Daniele Ganser – und statt Hellebarden und Morgensternen eine wachsende Friedensbewegung.

 

Ein Cartoon kann witzig oder humorvoll sein. Er kann ausserdem tiefgründig sein wie das Beispiel, das ich aus dem Archiv geholt habe. Das Bildchen will ich dem neuen Jahr mit auf den Weg geben, verbunden mit der Hoffnung, dass wir Menschen nie mehr irgendeine Art von Rüstung oder Hellebarde brauchen.

Und der fröhliche Gärtner möge dem „Giesskannen-Prinzip“ eine neue Bedeutung verleihen und uns ermuntern, unser Lebensgärtchen mit Liebe und Achtsamkeit zu pflegen.